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„Das ist eine außergewöhnliche Chance und Herausforderung. Die bekommt man nur einmal im Leben. Ich gehe diese Geschichte mit viel Freude und Emotionen an.“ Wir Wettfreunde sind jedenfalls der Überzeugung, dass der HSV wie bereits in den beiden Spielzeiten davor mit einer Niederlage ins neue Pflichtspiel-Jahr starten wird.
Immerhin sind sie ausgeruht, denn im DFB-Pokal war bereits gegen Babelsberg Schluss. Ein 1:1 gegen Arminia Bielefeld — das war das einzige kleine Erfolgserlebnis dieser Saison. Alle anderen acht Spiele sind verloren worden, sechs davon mit mindestens zwei Toren Rückstand.
Video: Die Stimmen nach dem Spiel Frankfurt gegen Hannover. (Quelle: YouTube/Hannover 96)
Drei Duelle zwischen Augsburg und Wolfsburg endeten mit einem Unentschieden und drei Mal konnte Wolfsburg gewinnen. Das letzte Mal im Oktober 2010 mit 1:0.
Hannover konnte nach der ersten Saisonhälfte ein überaus positives Zwischenfazit ziehen: 23 Punkte und acht Zähler Vorsprung auf die Abstiegszone standen nach den ersten 17 Spieltagen zu Buche. Der BL-Aufsteiger hat das Soll übererfüllt und befindet sich auf einem guten Weg in Richtung Klassenerhalt. In den letzten 18 Liga-Spielen erhielt Hannover stets mindestens ein Gegentor. In acht dieser 18 Matches waren es zwei oder mehr Gegentore.
Nachdem lediglich eines der letzten fünf Bundesliga-Heimspiele gewonnen wurde (1 Remis und 3 Niederlagen), würde es nun schon einer äußerst unwahrscheinlichen Leistungsexplosion bedürfen, um sich nach dem Freitagsspiel wenigstens für eine Nacht oberhalb des Strichs zu platzieren.
So werden vermutlich schon beim FSV Tugenden abgefragt, die am Ende einer kräftezehrenden Spielzeit nicht mehr so ohne weiteres vorauszusetzen sind: Momentan dürfte den Sachsen am allerwenigsten der Sinn nach ebenso freudloser wie dreckiger Maloche stehen.
Nach zuvor fünf sieglosen Auftritten in Folge drohte Schalke am vergangenen Wochenende sogar erstmals in die untere Tabellenhälfte abzustürzen: Der das Schlimmste zunächst verhindernde 3:1-Sieg gegen Hannover kann deshalb nun allenfalls ein erster Anfang gewesen sein.
Dabei hatte es zunächst gar nicht gut ausgesehen, nachdem die Hausherren schon nach 25 Minuten in Führung gegangen waren. Anders als gegen Bayer Leverkusen schmiss die Mannschaft nach dem ersten Gegentor diesmal allerdings nicht die Nerven weg. Der FCA ist daheim seit vier Spielen sieglos, hat dabei aber ganze dreimal remisiert.
Während die Gäste fast die Hälfte ihrer bisherigen Saisonsiege mal eben in die letzten vier Spieltage packten, hat es für die nach internationalen Abenteuer dürstenden Adlerträger in den zurückliegenden fünf Runden gerade einmal zu einem Punktgewinn gereicht.
Die Devise im Abstiegskrimi ist für beide Kontrahenten gleich: Verlieren verboten! Allerdings muss sich Hannover 96 mehr fürchten, denn im Falle einer weiteren Niederlage dürften die Tage der Niedersachsen in der Bundesliga endgültig gezählt sein. Doch auch Frankfurt muss gehörig zittern.
Der Bundesliga-Aufsteiger hat auswärts erst einen einzigen Punkt holen können und auch nur ein Mal ins gegnerische Tor getroffen. Die Nürnberger sind in fremden Stadien an Harmlosigkeit kaum zu überbieten.
An den verbleibenden zwei Spieltagen ist allenfalls die nach wie vor gegebene Aussicht auf einen einstelligen Tabellenplatz für einen kleinen Motivationsschub gut; so manchem Spieler drängt sich hier aber möglicherweise die Frage auf, ob es sich für den neunten Rang tatsächlich bis zum Letzten zu quälen lohnt. In den letzten 10 Spielen für 96 setzte es bloß 3 Niederlagen, wobei ein Spiel davon gegen Tabellenführer aus München war. 3 Siege konnte eingefahren werden und die restlichen Partien remisierten die Hannoveraner — in vielen davon, wie zuletzt gegen Köln, hätte man als Sieger vom Platz gehen können.
Geschäftsführer Sport, Stefan Reuter, grantelte: „Wir hatten viel Aufwand, aber keinen Ertrag, weil wir im letzten Drittel nicht zwingend genug waren. Wir haben uns wenig klare Tormöglichkeiten erspielt. Es ist eine extrem bittere Niederlage.“
Die Funkel-Elf hat einen Run und konnte sich in der aktuellen Saison besonders gegen Top-Klubs auszeichnen.
Der Hamburger SV hat den Rückwärtsgang eingelegt: stand die Elf von Bruno Labbadia nach 14 Spieltagen sensationell auf Rang fünf, konnte seitdem lediglich ein mageres Pünktchen geholt werden. Abgesehen vom Remis in Wolfsburg setzte es für die „Rothosen“ in den jüngsten fünf Spielen nur Niederlagen.
Während die Borussen das drittbeste Auswärtsteam der Bundesliga sind, stehen sie in der Heimtabelle nach sechs Partien nur auf Rang 10. Drei dieser sechs Partien wurden nicht gewonnen (zuletzt gab es ein 1:1 gegen Mainz), das Torverhältnis lautet 7:8. Zuletzt waren allerdings schon allein die Reaktionen des Publikums Beleg genug, dass das eingeschlagene Tempo noch längst nicht alle Beobachter zufrieden stellt: Selbst nachdem der vorzeitige Klassenerhalt amtlich war, hob sich im Volkspark nicht eine jubelnde Hand.
Der Direktvergleich spricht knapp, aber doch für den SCF, der von den bisherigen 33 Bundesliga-Partien zwölf gewinnen konnte, zehn Spiele gingen verloren. Allerdings ist der Borussia-Park für die Gäste aus dem Schwarzwald kein guter Boden.
Wurde dabei mit ungenügenden Resultaten im vorjährigen Endspurt zunächst nur der Sprung nach Europa verpasst, geht es bei Werder so langsam aber sicher an die Substanz: In der aktuellen Verfassung steuert das Team unweigerlich auf den zweiten Abstieg seiner Vereinsgeschichte zu.
– Das zur Schau gestellte Desinteresse von Niko Kovac drückt das gewachsene Selbstvertrauen der Eintracht aus.